Die Höhle der Löwen

Teil 1: Mein Weg in „Die Höhle der Löwen“

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Seit bekannt wurde, dass ich in „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) einziehen werde, haben mich viele Nachfragen ereilt: “Sibilla, erzähl’ mal, wie hast du es geschafft, in die Sendung zu kommen?” oder “Wie hast du dich auf die Dreharbeiten vorbereitet? Wie war es vor den Löwen zu stehen?” oder “Wie hast du dich auf die Ausstrahlung vorbereitet?”, etc. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, meine Erfahrungen in dieser für mich sehr aufregenden Zeit mit euch zu teilen. Ich möchte von meinen Beweggründen, in der Sendung teilzunehmen, von meinen Gedanken, meinen Ängsten und Sorgen, aber auch von meiner Hoffnungen in Bezug auf DHDL berichten. In den folgenden Blogeinträgen werde ich über die Bewerbungsphase, die Vorbereitung auf die Drehaufnahmen, den Drehtag im Kölner Löwen-Studio selbst sowie über die Zeit danach erzählen.

Seit der ersten Folge fasziniert von der Löwen-Höhle

Das Gedankenspiel, ob ich nicht selbst in DHDL auftreten solle, ging schon seit der 1. Staffel los und intensivierte sich dann in der 2. Staffel. Ich habe mit LIMBERRY zwar schon 2010 angefangen, jedoch erst 2014 zu meinem heutigen Businessmodell – einem Onlineshop für Designer Dirndl, Dirndlbluse und Trachten von Designern wie Gottseidank – umstrukturiert. Ich war komplett eigenfinanziert, hatte also keine komplizierte Gesellschafterstruktur, war seit Anfang des Jahres 2015 break-even, das heißt, der Proof of Concept war ebenfalls gegeben. Alles in allem hatte ich erfolgreich meinen Platz im Nischenmarkt für Designer-Trachtenmode gefunden.

Natürlich ist es keine einfache Entscheidung, sich in eine TV Show mit solch einer Tragweite zu wagen (2 Millionen Zuschauer pro Sendung!). Ich hatte gemischte Gefühle: Sollte ich mich wirklich so in die Öffentlichkeit wagen? Meine Person und meine Geschichte für diese Sendung hergeben? War LIMBERRY überhaupt interessant für die Investoren und Zuschauer? Könnte ich eventuell unsympathisch und inkompetent wirken? Würden mich wohlmöglich die Investoren vor laufender Kamera auseinander nehmen? Oder würde ich mich durch die Nervosität verhaspeln und der Clip dazu zum nächsten YouTube-Lacher der Nation werden?!

Neben all diesen Zweifeln und Ängsten waren aber auch die Chancen unverkennbar: LIMBERRY einer so breiten Zuschauerschaft vorstellen zu können, Investoren mit großem Know-how, viel Erfahrung und einem großen Netzwerk ins Boot zu holen, aber auch allein die Erfahrung, bei der Show dabei sein zu dürfen. Zusammengefasst kann man sagen; es sprach einiges dagegen, aber auch sehr viel dafür. Und so entschied ich mich, es auf einen Versuch ankommen zu lassen, nach dem Motto: „Wer weiß, ob ich bei den vielen Bewerbern überhaupt genommen werde…“

DHDL Runde 1 – 3: Viele Fragen, meine Antworten

Im Oktober 2015, also während die 2. Staffel noch lief, schickte ich meine Online-Bewerbung ab. In dieser musste ich lediglich mein Geschäftsmodell beschreiben, das benötigte Investment nennen und angeben, wofür ich es verwenden möchte.

Zurück kam hier zunächst nur eine standardisierte Dankes-Mail mit der Information, dass man sich bei mir melde, sollte mein Start-up bei der Auswahl für die nächste Staffel auf Interesse stoßen. Ich stellte mich auf eine lange Wartezeit ein, denn die 2. Staffel lief ja gerade noch.

Doch weit gefehlt: Schon Mitte Oktober wurde ich wieder kontaktiert, dieses Mal sogar mit persönlicher Ansprache: „Liebe Frau Kawala, zunächst vielen Dank für Ihre Bewerbung …“ Die Mail bedeutete, dass ich eine Runde weiter gekommen war. Im Anhang befand sich ein 10-seitiger Castingbogen. Es waren Fragen nach meinem Geschäftsmodell, Umsätzen, Finanzierung und bisherigen Investoren, Zielgruppe und Markt, wofür ich das Investment bräuchte, etc. Ich arbeitete mich mühsam durch die vielen Fragen und schickte den Bogen wenig später voller Spannung und Hoffnung ab. Was vorher als mal sehen, ob es klappt startete, wurde nun zum “ich will das unbedingt und es muss klappen!”

Aber was passierte dann? Nun, erst einmal sehr lange nichts. Und als ich schon dachte, ich hätte es nicht in die nächste Runde geschafft, wurde ich Anfang 2016 von einer netten Mitarbeiterin aus dem DHDL-Team angerufen. Sie machte ein kurzes Telefoninterview ohne Vorwarnung – ich befand mich gerade in einem Einkaufszentrum in einer Umkleide. 🙂 Glücklicherweise lief das Interview sehr gut und ich war eine Runde weiter!

Nun kamen die Kameras ins Spiel – in der dritten Runde wolle das Team sehen, wie ich vor der Kamera wirke. Sie würden mich daher bitten, selbst ein „Selfie-Video“ von mir zu machen. Ein Selfie-Video?!

DHDL Runde 4: Meine allerersten Filmaufnahmen

Ich gebe zu: Ich gehöre zu der Spezies der hoffnungslosen Perfektionisten. Obwohl wirklich nur nach einem amateurhaften Video gefragt wurde, das ich mit meinem eigenen Handy hätte machen können, entschied ich mich dazu, einen Kameramann dafür zu organisieren. Ich fühlte mich damit einfach besser und – so mein Gedanke – natürlich würden die Aufnahmen dadurch professioneller und ich eventuell etwas besser dabei wegkommen als mit einem Selfmade-Handyvideo.

Für diesen Drehtag lernte ich in guter “Sibilla-Manier” den Fragebogen, der mir zugeschickt worden war, sowie die Antworten komplett auswendig. Doch leider verlief das Ganze nicht so reibungslos wie erhofft.

Das Problem: Sobald das rote Licht der Kamera leuchtete und dieses auf mich zeigte, wurde ich stocksteif und war irgendwie einfach nicht mehr ich. Ich schaffte es nicht, den Text fehlerfrei zu sprechen und klang zudem hölzern und sehr auswendig gelernt – genau das Gegenteil des natürlichen, authentischen Auftretens, das ich mir vorgestellt hatte. Aus zwei angesetzten Stunden für den Dreh wurden schließlich drei und dann vier… Und ich war immer noch nicht zufrieden! Doch an dieser Stelle musste sich mein Perfektionismus einmal mit weniger als 100% zufrieden geben: Ich hatte zwar hohe Ansprüche an mich selbst, aber mir fehlte jede Erfahrung vor der Kamera sowie mit Vorträgen (die Uni war schon lange her).

DHDL Runde 5: Dirndl-Casting

Ich hätte es ja kaum für möglich gehalten, aber tatsächlich dauerte es nur ein paar Tage und ich bekam schon eine neue Nachricht! Das DHDL Team fragte, ob ich ihnen ein Dirndl für einen Qualitätscheck per Post zuschicken könne? Es dürfte gerne ein Gebrauchtes oder ein Ausstellungsstück sein und das Team würde gut darauf aufpassen. Stark! Dies konnte ich nur als positives Feedback werten und schickte ein Dirndl aus meiner eigenen LIMBERRY-Kollektion nach Köln (und das kurz vor Beginn des Kölner Karnevals – ich würde es hoffentlich doch noch zurückbekommen?!).

DHDL Runde 6: DIE ZUSAGE!

Zum Glück fand nicht nur das Dirndl den Weg unversehrt zu mir zurück nach Hamburg, sondern auch eine freudige Nachricht: Nach fast 5 Monaten voller Spannung und Hoffnung kam Ende Februar 2016 die Erlösung: “Liebe Sibilla, du bist in der Sendung! Herzlichen Glückwunsch!”. 

Ich hatte es geschafft, ich war wirklich dabei!!!

 

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