Geschichte

Der ultimative Kocherlball-Guide

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Warum schmeißen sich 11.000 Münchner an einem Julimorgen in aller Herrgottsfrüh in ihre schönsten Trachten und laufen mit Picknickdecken in den Englischen Garten um zur Volksmusik in den Sonntagmorgen zu tanzen? Dirndl-Reporterin Sabrina Nickel hat es für euch herausgefunden!


Was ist der Kocherlball?

Dieses besondere Ereignis an einem Juli-Sonntag beruht auf einer alten Tradition: Die Hausangestellten im 19. Jahrhundert mussten ihr Tanzvergnügen auf die frühen Morgenstunden legen, damit sie rechtzeitig zur Arbeit bei den höheren Herrschaften zurück kamen. Heute ist der Kocherlball die größte und beliebteste Freiluft-Volkstanzveranstaltung in München und findet traditionell im Biergarten am Chinesischen Turm im Englischen Garten statt.

 

Die Geschichte des Kocherlball

Im biedermeierlichen München Ende des 19. Jahrhunderts waren öffentliche Tanzplätze sehr beliebt. Auch der 1790 erbaute Chinesische Turm verfügte über einen Tanzboden im Freien. Hier trafen sich an den Sommersonntagen die einfachen Leute zum Tanz. In den frühen Morgenstunden versammelten sich am Chinaturm Köchinnen, Gärtner, Zimmer- und Kindermädchen, Zofen und viele andere Dienstboten und Diener. Getanzt wurde so früh, weil die Kocherl später, wenn die feinen Herrschaften aus der Kirche zurück waren, wieder ihren Dienst verrichten mussten. Im Jahre 1904 wurde der Ball „aus Mangel an Sittlichkeit“ verboten. Die Kocherl und ihre Galane haben es mit den Sitten anscheinend nicht so genau genommen… Anlässlich des 200. Jubiläums des Englischen Gartens 1989 wurde der Kocherlball wieder ins Leben gerufen. Und auch zwei Jahrhunderte später ist er immer noch ein voller Erfolg! Inzwischen ist der morgendliche Ball nicht mehr wegzudenken aus dem Münchner Festkalender.

 

Wetterabhängige Tradition

Der Kocherlball hat durch seinen Freiluft-Veranstaltungsort jedoch immer ein Risiko: Bei schlechtem Wetter muss er leider abgesagt werden. 2017 hörte der Regen am frühen Morgen gerade rechtzeitig auf – aber einige Besucher hat es doch davon abgehalten, in Dirndl und Lederhosen in den Englischen Garten zu wandern. Über 10.000 Trachtenfreunde zieht es bei gutem Wetter zum Kocherlball.

 

Wer zuerst kommt, sitzt zuerst

Einer der wichtigsten Tipps für Neulinge beim Kocherlball ist es, besonders früh zu erscheinen. Um 4 Uhr morgens sind noch einige der Plätze im Biergarten am Chinesischen Turm frei! Ob du dafür die Nacht durchfeierst oder dir den Wecker auf 3 Uhr morgens stellst, um dein Dirndl anzuziehen, ist dabei dir überlassen. Mit einer Brotzeit und netter Gesellschaft vergeht die Zeit schnell und schon wird um 6 Uhr zum Tanze gerufen.

 

Tanzvergnügen am Chinesischen Turm

Ab 6 Uhr morgens wird beim Kocherlball getanzt: Zu den bayerischen Tänzen Landler, Zwiefachem, Polka und Walzer füllt sich die Tanzfläche unter dem Chinesischen Turm. Höhepunkt ist die „Münchner Francaise“! Zur „Fledermaus-Quadrille“ von Johann Strauss‘ Sohn tanzen alle Besucher – und wer nicht weiß, wie die Schritte sind, lässt sich von den Tanzmeistern unterstützen. Der Kocherlball ist einfach ein toller Anlass, Dirndl und Lederhosen vor der Wiesn einmal groß auszuführen.

Übrigens: Das hübsche Dirndl unsere Redakteurin Sabrina findest Du hier >>

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