Interview

Vom Roadtrip zum Start-up: Die Erfolgsstory der Langhaarmädchen

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Ein Roadtrip, der ihr Leben verändern sollte – was wie ein schöner Märchentitel klingt, sollte 2016 zum ersten Kapitel der Langhaarmädchen-Erfolgsstory werden. Auf der Suche nach beruflicher Erfüllung gingen die beiden Friseurmeister und Hair & Make-up Artists Mona und Julia in Australien ihrer Vision nach: als mobile Stylisten Mädels wunderschöne Frisuren in einem Bus zu stylen. Ein Konzept, das später den Grundstein ihres Start-ups legen sollte. In unserem Interview erzählen sie ihre Geschichte und zeigen, dass es sich lohnt, seine Träume zu verwirklichen. Ein inspirierendes Must-read für alle, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagen wollen.

 

Liebe Mona, liebe Julia, wie kam es bei euch zu der Idee mit Langhaarmädchen?

Julia: Die kam von Mona. Mona ist unsere Visionärin, unsere Träumerin.

Mona: Es ist eigentlich eine lange Story, ich versuche etwas zu kürzen: Wie gesagt, haben uns wir damals in München im Salon kennengelernt. Julia hat sich dann aber entschieden nach Würzburg zurückzugehen. Ich wollte in der Zeit aber doch noch etwas anderes sehen und bin daher ins Ausland gegangen. Mein erstes Ziel war Kapstadt, wo ich als Hair & Make-up-Artist gearbeitet habe. Dort stellte ich dann aber schnell fest, dass der Job nicht so ganz meins war und ich in Kapstadt nicht glücklich werden würde. Also ging es für mich weiter nach Australien und arbeitete dort als Friseurin. Aber auch das gefiel mir nachher nicht mehr 100%ig und ich kam an einen Punkt, bei dem ich dachte: “Ey, alles was ich gelernt habe, erfüllt mich irgendwie nicht mehr so richtig.” Da kam natürlich auch ein bisschen die Verzweiflung hoch. Ich dachte mir dann, dass ich mir einfach mal Ruhe und Zeit für mich nehmen möchte und habe mir den Bus gekauft – das war wahrscheinlich die beste Investition ever! Allein auch schon wegen der ganzen Sprüche, die in dem Bus aufgeklebt waren – die stehen hier jetzt übrigens auch in unserem Styling-Bus.

Naja, auf jeden Fall waren die Sprüche unheimlich inspirierend für mich, ebenso wie die ganzen mega schönen Beach-Looks! Die sind alle ein bisschen “messier”, natürlicher. Ja, und dann hat sich unsere Langhaarmädchen-Story entwickelt: Ich habe während der ganzen Zeit immer wieder mit Julia geskyped und sie hat wirklich alles mitbekommen – von Kapstadt bis nach Sydney. Dabei hat sie mir immer mega Zuspruch gegeben, aber auch manchmal gesagt, dass meine Ideen eigentlich viel Spinnerei sind. Und trotzdem fing Julia nachher an, viel zu lesen, sich schlau zu machen und ging sogar soweit, einfach mal ihren Job zu kündigen, um zu mir nach Australien zukommen.

Julia: Ja, genau. Und dann haben wir vier Wochen lang den Roadtrip unseres Lebens gemacht! Mona hat mich mit ihren Ideen zugeballert und ich bin quasi als Managerin – ich wusste damals nicht einmal, dass ich Manager-Qualitäten habe – eingestiegen. Das ist bei uns auch so das Geniale: Wir stärken uns gegenseitig in Bereichen, bei denen wir selbst noch nicht einmal gewusst haben, dass genau das unsere Stärke sein kann. Das ist mega! Ja, und mit dieser Qualität habe ich dann Langhaarmädchen – liebevoll auch als LHM abgekürzt – aufs Papier gebracht. Zusammen bauten wir nachher das Konzept auf und sind damit zu dm gegangen. dm buchte uns dann als Stylisten für Balea und dann hatten wir das Glück, dass wir sie tatsächlich überzeugen konnten.

Mona: Es war echt so. Wir waren total naiv und jeder hat zu uns gesagt, dass unsere Vision wie ein Märchen klingt. Aber als ich in Australien war, bin ich wirklich von Hostel zu Hostel gefahren – hab Styling-Partys für Mädels gemacht und konnte mich so auch schon mega mit der Zielgruppe auseinandersetzen. Auch sowas wie Spitzenschneiden für einen guten Zweck kam dabei als Idee auf und natürlich alles, was Girls mit langen Haaren gefallen könnte. Und als wir dann zusammen in Australien waren, haben wir schnell gemerkt, dass wir klare Ziele definieren mussten. Eins war zum Beispiel ganz klar: Nach unserem Roadtrip würde Julia wieder nach Würzburg gehen und ich zurück nach München. Und bei einer Distanz von drei Stunden kann man sich leider denken, dass die Eröffnung eines gemeinsamen Salons nicht möglich war, was für uns sonst auch sehr nice gewesen wäre. Also wussten wir, dass wir etwas Ortsunabhängiges brauchten. Dazu gehört heute zum einen unser Bus, der für uns einfach Mobilität und Freiheit verkörpert und uns dieses Gefühl gibt, dass man alles erschaffen kann. Und zum anderen unsere eigenen Produkte bei dm.

 

In welchem Jahr hattet ihr die Idee mit LHM?

Julia: 2016 haben wir LHM gegründet – als der Roadtrip war.  Ende 2016 haben wir dann auch schon dm kennengelernt und ein Jahr lang die Produkte mitentwickelt. Dazu waren wir zum Beispiel auch mit dm in der Schweiz. Dazu muss man sagen: Sogar wir als Friseure hatten da auch keine genaue Ahnung, wie man Shampoos & Co. zusammen mischt, und wie das ganze funktioniert. Allerdings hatten wir schon eine genaue Vorstellung im Kopf, was auch für dm sicher ganz interessant war. Für die Produktentwicklung haben wir aus der Handwerkssicht gesprochen – wir wollten mehr Geschmeidigkeit. Das hieß: hier mehr Öl, dort mehr das und hier wieder mehr dies und jenes. Es war eine coole Kombi – möglicherweise auch etwas anstrengend für dm, da wir durch unsere Arbeit im High-Class-Salon natürlich auch hohe Ansprüche an unsere Produkte hatten.

 

Also hattet ihr schon bestimmte Produkte im Kopf?

Julia: Ja! Am Anfang hatten wir drei Produkte im Kopf – mittlerweile sind es 16! Das braucht man aber auch, wenn man ein schönes Styling zaubern möchte. Dazu gehören Basis-, Pflege- und Stylingprodukte – da kommt dann schon was zusammen. 😉

 

Was ist euer Lieblingsprodukt?

Mona: Das ist eine schwere Frage. Wir lieben alle Produkte so sehr!

Julia: Also beim Styling ist es definitiv das Haarpuder – für uns beide glaube ich. Aber die Kombi macht’s natürlich.

Mona: Ich bin mega verliebt in die LHM-Lockentechnik! Deswegen sind es für mich die drei Produkte: Saltspray, Trockenshampoo und Haarpuder. Die sind für mich essentiell. Und generell sind wir ja mehr nach dem Motto ,,keep it simple’’ und nicht so viel Chi-chi.

 

A propos dm: Wie seid ihr damals eigentlich auf die Drogeriekette gekommen?

Mona: Dazu haben wir uns bereits in Australien Gedanken gemacht und uns unsere Zielgruppe angeguckt: Wir wollten junge Langhaarmädchen erreichen, die sich nicht unbedingt teure Produkte aus High-Class-Salons kaufen, in denen allein schon ein Shampoo mal eben 30 Euro kostet. Das machen unsere Mädels nicht, die gehen bei dm einkaufen. Fazit: Wir wollen unsere Eigenmarke bei dm. Dann fingen wir an, uns mit der unternehmerischen Seite auseinanderzusetzen und haben total viel gelesen – über Unternehmen und Marken und haben dann unser Geschäftskonzept entwickelt. Wir hätten uns aber niemals erträumen lassen, dass es nur ein Jahr später schon soweit ist – geschweige denn, dass unsere Produkte gerade mal zwei Jahre später bereits in 13 Ländern vertreten sind. Das ist schon der Wahnsinn!

Hier gehts zum DIRNDL DIARY mit den Langhaarmädchen.

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